Die Katha Upanischade

Kommentar von T.V. Kapali Sastry

Wenn man bevor der Körper abfällt, in der Lage gewesen ist (es) hier zu verstehen, dann ist man für die Eingliederung in den Welten (die Seine Schöpfung sind) bereit. (Katha Up. 6.4)

[Um diesem Text folgen zu können, wird eine gewisse Kenntnis der Upanischade vorausgesetzt. R.H.]


1.

Absatz Nr.
2 3 4 5 6

"Tagein, tagaus, ziehen Millionen von Wesen zum Wohnsitz Yama's, aber jene die zurückgelassen werden, wünschen permanent hier zu bleiben, als ob sie Freistellungen wären, die privilegiert sind ihren Turnus in der Prozession zu umgehen. Kann es ein größeres Wunder geben als dies?" ruft Yudhischthira im Mahabharata.aus. Aber für Natschiketas von der Katha Upanischade scheint der Tod kein Schrecken, noch Menschen die zu leben und nicht zu sterben wünschen, ein Wunder zu sein. Denn voller Mut und nicht Furcht ist er zur Halle des Todes gegangen, ihn konfrontierend und nicht mit Gleichgültigkeit oder Ekel wählt er das erste Geschenk, sondern mit dem Wunsch zum Leben zurückzukommen. Doch mit oder ohne Schrecken, Natschiketas sieht die andere Seite des Lebens, betritt das Haus vom Tod, lernt die Geheimnisse vom großen Übergang, entdeckt den Rückweg hier zum Leben mit Yamas Versicherung seiner persönlichen Identität zur Erkennung seines Vaters gesegnet. Und dies ist wirklich das Wunder; denn die Upanischade fängt mit einer Geschichte an die, wenn buchstäblich genommen absurd, unglaublich und nicht mal ein Ammenmärchen ist.

Was ist dann die Geschichte? Was stellt sie unserem Verständnis dar? Was ist der Charakter des Natschiketas-Feuers? Gibt es woanders in den früheren Texten Verweise auf Natschiketas? Was ist die Bedeutung jeder der Gaben die Yama Natschiketas erweist? Wie ist die letzte, die dritte Gabe gewährt? Mit anderen Worten, ist die Frage über den Tod selbst in klaren Begriffen beantwortet und das Geheimnis aufgedeckt? Wenn ja, wie? Diese und verwandte Fragen, werden wir in diesem unseren Versuch zu einem richtigen Verständnis der Frage, wie auch der Antwort über die Existenz oder Nichtexistenz vom Menschen nach dem Tod erörtern.

Unnötig zu sagen, daß wir auf der Basis fortfahren, daß der Text der Katha Upanischade, wie uns überliefert, von den großen Lehrern neuerer philosophischer Schulen kommentiert authentisch ist und es für den Zweck unserer Untersuchung von keinem Nutzen ist, den von moderner kritischer Gelehrsamkeit als einen späteren Zusatz zum Originaltext angebotenen Textkritiken Aufmerksamkeit zu schenken, welche den zweiten Teil und vielleicht auch Teile des Ersten, als eine spätere Einfügung zum Orginaltext bestimmen. Es mag vernünftige Gründe geben, um von einem reinen textuellen Standpunkt zu solchen Schlüssen zu kommen. Aber wir dürfen die Tatsache nicht vergessen, daß die Upanischaden selbst, aus der Form der Sprache geschlossen, später als einige der Brahmanas sind, darum aber nicht aufhören authentisch zu sein. Obwohl die Sprache außerdem zu einer etwas späteren Periode, wie auch die Form in denen die Ideen aufgezeigt werden gehören mag, ist die Substanz, der Spirit und die Lehre so alt wie irgendeine der Upanischaden und in der Tat bildet die Geschichte der Katha Upanischade einen Teil des Kathaka Brahmanas, worauf wir noch Anlaß haben werden zurückzukommen.

Vajaschravas gab all seinen Reichtum als Gaben. Er hatte einen Sohn, genannt Natschiketas. Als die Gaben (die Kühe) vorgeführt wurden, ergriff Glaube Besitz vom jungen Manne und er dachte über den armseligen Charakter der Gaben seines Vaters nach. Vorbereitet, selbst als Gabe angeboten zu werden, sprach er, " Vater, wem wirst Du mich geben?" Er wiederholte die Frage dreimal. "Dem Tode werd' ich dich geben", antwortete der Vater.

Dann fing der Junge an zu sagen, "Unter Vielen geh' ich als Erster, unter Vielen geh' ich in der Mitte. Yama scheint etwas vorzuhaben, das er durch mich heute vollbringen will.² Sterbend spricht er mahnend seinen Vater an, daß er sein Wort nicht zurücknehmen soll, denn letzten Endes 'der sterbliche Mensch verdorrt wie die Früchte des Feldes und wie die Früchte des Feldes, wird er wieder geboren'. In der Halle von Yama fastet er drei Nächte und wartet auf dessen Ankunft. Dann erscheint Yama, der Sohn von Vivasvan und gewährt Natschiketas, der drei Nächte in seinem Haus fastete, drei Gaben, da er versäumte den Gast zu ehren und den Gastritus durchzuführen, denn der Brahmanen-Gast war kein anderer als der Vaischvanara Agni. Natschiketas wählte seine erste Gabe, von der er wünscht, seinen Vater von Ärger und Trauer befreit zu sehen, beruhigt im Gefühl und heiter im Denken und ihn zum Leben zurückkehrend, als denselben Natschiketas erkennend begrüßt. Dies wird mit der Versicherung gewährt, daß Gautama sein Vater, den Jungen erkennen, von den Klauen des Todes befreit, mit Freuden willkommen heißen und süßen Schlaf haben würde. Als zweite Gabe, wählt er die Kenntnis vom Himmlischen Feuer -- dem Feuer, durch das man zum Himmel geht, wo die Seele jauchzt, nachdem sie Kummer und Hunger überquert hat, wo es Unsterblichkeit und keinen Tod, noch Furcht vor dem Alter gibt. Yama gewährt diese Gabe, denn er legt ihm die Natur des himmlischen Feuers dar, denn er kennt sie. Er beschreibt sie als den Besitz unendlicher Existenz, die Grundlage aller Dinge und das verborgene Ding in der geheimen Höhle unseres Wesens. Er erzählt ihm vom Feuer, vom Anfang der Welt, von dem, welche Bedeutung die Bausteine haben, ihre Anzahl und von der Art ihres Aufbaues. Natschiketas wiederholt was ihm gelehrt worden ist. Der Große Eine, Mahatma, ist mit Natschiketas zufrieden und gibt eine zusätzliche Gabe und sagt, daß das Feuer nach ihm benannt würde und bietet ihm eine Halskette von vielen Figuren an. Jetzt fährt Yama fort: "Der, der die drei Feuer Natschiketas entfacht und sich mit den Dreien vereinigt und die dreifachen Werke vollbringt, überquert Geburt und Tod für immer. Den verehrungswürdigen, allwissenden Gott erkannt zu haben, Brahman-Geboren, Ihn verwirklichend, erlangt man unsagbaren Frieden. Wenn man die drei Natschiketas hat, und kennt das, welches dreifach ist und so wissend das Natschiketas Feuer erblickt, der stößt die Fesseln des Todes von sich und Kummer weit hinter sich lassend, tritt er jauchzend in den Himmel ein." Die dritte Gabe ist interessant, denn sie ist die Frage über den Tod und die Antwort ist noch interessanter, nicht einfach, sondern rätselhafter, wie wir beim Kommen zu diesem Teil der Abhandlung sehen werden. Dies ist die Frage, die dritte Gabe, die Natschiketas wählt. "Es gibt diesen Zweifel, wenn ein Mensch gestorben ist, sagen einige, 'er ist', und einige, 'dies ist er nicht '. Das möchte ich von dir erklärt haben. Das ist die Dritte der Gaben." Yama bittet ihn darum, eine andere Gabe zu wählen, da die Frage über den Tod ein Rätsel ist, sogar die Götter diskutierten dies seit Alters her, das Gesetz davon ist sehr subtil. Aber Natschiketas bleibt beharrlich und weigert sich eine andere Gabe anzunehmen, wiedersteht allen Versuchungen -- Söhne und Enkel, die mit Langlebigkeit gesegnet sind, Pferde und Elefanten, Reichtum, Gold, schöne Frauen, mächtige Länder, glückliches Leben, unsagbare Schätze und von Yama angebotene Freuden aller Art. Er ist befriedigt zu erkennen, daß Natschiketas in seiner Absicht aufrichtig ist und gewandt in Richtung des Pfads von Wissen und Wahrheit, festes Vertrauen hat; seine Wahl des Guten und Rechten und sein Aufgeben des Angenehmen ist definitiv, ein positiver Beweis seiner Kompetenz, das Wissen, die Antwort auf seine Frage zu erhalten. Der Rest der ganzen Upanischade ist eine Darstellung der Antwort des großen Geheimnisses wahrer Unsterblichkeit und den Mitteln seines Erlangens.

Daneben ist es hier unsere Absicht, alle Passagen vom Text darzulegen und zu prüfen und am Inneren der Lehren anzukommen. Unser Ziel ist, die Natur der drei Gaben gesondert zu untersuchen und zu zeigen, daß sie nicht Gaben sind die zufällig gefragt oder lediglich von den Launen des Jungen, während er dem Tod persönlich gegenüberstand, entschiedene Möglichkeiten sind. Normalerweise denken wir gewöhnlich, daß die dritte Gabe die wichtigste ist und behandeln die ersten zwei nicht mit dergleichen Sorgfalt und Aufmerksamkeit die sie verdienen. In der Tat, wenn man die Bedeutung der Ersten und Zweiten verfehlt, kann man sicher sein, die Bedeutung der dritten Gabe zu verfehlen, -- die Frage über den Tod. Zuerst ist die erste Gabe merkwürdig; wenn wir sie richtig verstehen, ist der Weg für das Folgen der restlichen Entwicklung geebnet. Denn niemand wird ernsthaft diesem Teil der Geschichte der Upanischaden, als tatsächlichen Vorfall Wichtigkeit beimessen; nicht daß es nicht möglich ist, daß es einen Vajaschravas gab, der ein Opfer ausführte, worin er allen seinen Besitz gab und vom wiederholten Ersuchen seines Sohns Natschiketas verärgert, als ein Opfer dargebracht zu werden, wütend sagte: 'ich gebe dich dem Tod', und später niedergeschlagen wurde, als der Sohn starb, aber die Geschichte als solches, führt uns nirgendwohin. Die Upanischade beginnt aber nicht ohne einen Grund mit der Geschichte. Es ist notwendig zu beachten, daß der Kathaka Abschnitt des Taittiriya Brahmanas (9,8) die Geschichte über Natschiketas und dann die drei Gaben, die er von Yama bekommt, in einem kurzen Abschnitt erzählt. Außer daß die Upanischade sie mit spezieller Betonung auf den Charakter der letzten Gnade näher erläutert, ist die Substanz der Frage über den Tod des Menschen und die Antwort, die das Unsterbliche betrifft, im Brahmana zu finden und in einem gewissen Maße, auch die eigensten Äußerungen. Und wir wissen, daß die Geschichten im Brahmana mit dem Zweck erzählt werden, den Menschen dazu aufzufordern oder davon Abstand zu nehmen, eine besondere Handlung zu begehen. Solche Texte werden deklamatorische Texte, arhavada, in der Sprache vom Mimamsakas genannt; sie können fiktive oder historische Vorfälle sein, haben aber einen Wert im Schema der Brahmanas. Wenn wir die Episode von Natschiketas mit diesem Hintergrund studieren, fesselt die Bedeutung unsere Aufmerksamkeit. Was ist genau der innere Sinn, die Wahrheit, der Wert, auf den die Geschichte hinaus will? In unserem Versuch die Antwort zu finden, müssen wir uns im Geist die allgemeinen Prinzipien vor Augen führen, die unsere Annäherungweise zu diesen Studien der Upanischaden beherrschen, besonders wenn sie, teilweise oder völlig, einen Teil der Brahmanas bilden. Denn wenn die Brahmanas das Äußere der Vedischen Religion, des Vedischen Ritus und der Vedischen Verehrung darlegen, stellen die Upanischaden einige Phasen der inneren Bedeutung, des Kerns, des spirituellen und okkulten Wissens, der Sadhanas oder der praktischen Mittel dar, das Innenleben zu entwickeln, - was Ausdruck in den Hymnen der Vedischen Mystiker verliehen ist. Hier ist es am richtigen Platz, dem Leser eine Passage vom mystischen Feuer zu überreichen, was Schri Aurobindo in seinem Vorwort zu den Hymnen zum mystischen Feuer sagt. "Sie (die Vedischen Rischis) entdeckten Geheimnisse und Kräfte der Natur, die nicht jene der physischen Welt waren, die aber okkulte Beherrschung über physische Dingen bringen konnten und das okkulte Wissen und die okkulte Kraft zu systematisieren, war auch eine ihrer Hauptbeschäftigungen ... aber dies alles konnte nur sicher durch eine schwierige und sorgfältige Ausbildung, Disziplin und Läuterung der Natur getan werden; es konnte nicht vom gewöhnlichen Menschen getan werden."


2.

Lassen Sie uns jetzt sehen, ob es irgendeinen früheren Verweis auf Natschiketas oder auf die Substanz der Geschichte, entweder in den Brahmanas oder im Rigveda gibt. Im Taittiriya Brahmana (9,7), im Abschnitt vor dem, der mit der Geschichte über Natschiketas beginnt, haben wir den als das Feuer erwähnten Namen, die Flamme, die Himmel und Erde überbrückt; sie ist der Himmlische Agni, der die bereite Seele sicher über den Tod zur anderen Seite der Grenze des irdischen Lebens, zu den höheren Welten aufwärts trägt und dies wird der Svargya Agni oder das Natschiketas Feuer genannt. Aber die Beschreibung dieses Agnis stimmt ziemlich gut damit überein, was von ihm in Yamas Darstellung in der Upanischade während des Gewährens der zweiten Gabe für Natschiketas, dem Kind von Vajaschravas gesagt wird. Außerdem werden wir noch Veranlassung haben, um beim Untersuchen der Natur der zweiten Gabe darauf zu verweisen. Nochmal, es gibt eine Hymne in dem Rischi Kumara Yamayana zugeschriebenen Rik Samhita, den Sayana in seinem Kommentar mit dem Natschiketas von der Katha Upanischade identifiziert. Aber dies ist zweifelhaft; Sayana ist selbst nicht ganz sicher, führt keine Begründung oder keinen Verweis auf Vedische Texte an, um die Vermutung zu unterstützen, darüberhinaus zitiert er eine Zeile vom Taittiriya Brahmana, die die Episode von Natschiketas erwähnt und mit deren Hilfe er versucht die Hymne zu erklären. Aber er ist mit seiner Entdeckung des Sinnes der Hymne nicht zufrieden, und gibt deshalb, wie üblich bei ihm, eine Alternativbedeutung, die die Möglichkeit des Sehers Kumara gewährt, jemand anderes als Natschiketas zu sein. Aber der Sinn der ganzen Hymne, wie sie von Sayana erklärt ist, hilft uns nicht an ihre wirkliche Substanz zu kommen. Für unseren Zweck ist die Identität des Rischi nicht das Material, sondern ist der Stoff dieser Hymne von sieben Versen interessant, besonders der sechste Vers und wirft Licht auf Punkte, die uns beim Erörtern der Frage des Ablebens Natschiketas zur Welt von Yama interessieren. Unten geben wir eine nahe englische Wiedergabe der Hymne, da sie von genügender Wichtigkeit und reich mit unser Thema betreffenden Vorschlägen ist. Der Sinn der Hymne hört auf unüberwindliche Schwierigkeit zu liefern, wenn wir uns daran erinnern, daß Yama, Aditya, die Sonne der Wahrheit im Rigveda ist, oder wie im Katha Text, Sohn von Vivasvan (Sonne), dem Gesetz, von der Wahrheit geboren, Dharmaraja. Der Rischi Kumara übersteigt im Verlauf seiner Selbstentwicklung und seiner spirituellen Vollbringung und seines selbst-überschreitenden okkulten Wissens, die Barrieren vom materiellen Leben, der irdischen Umhüllung, des physischen Bewußtseins, entwickelt und bewegt sich in seinem spirituellen und subtilen Körper in ein höheres Bewußtsein zu den gewaltigeren Welten nach oben und nimmt den Vater, den Herrn der Kreaturen in der Gesellschaft der Götter wahr.

Der Rischi sagt: "Hier in diesem Baum von stattlichen Blättern (oder Blumen) trinkt Yama mit den Göttern; (Er) unser Vater, Herr der Kreaturen, kümmert sich liebevoll um unsere Alten."
"Herabsetzend und auf eine böse (unreine) Weise, schaute ich auf ihn, der mit Liebe sich um unsere Alten kümmert; und dann sehnte ich mich wieder nach ihm."
Yama sagt:: "O Kind, du sieht nicht den Wagen, auf den du steigst, radlos, einstängig, neu, den du mit dem Geist schufest, den Wagen, der sich auf allen Seiten ausgezeichnet dreht."
"Kind, den Wagen, den du die Erleuchteten oben gedrängt hast in meine Richtung zu wenden, den hat das zufällig ganz nah drauf gestoßene Saman, in ein Schiff gestellt."
"Wer zeugte den Jungen? Wer brachte den Wagen weiter zum Rollen? Wer verkündet uns diesen Tag, da die Rückgabe gemacht wurde?"
"Da die Rückgabe (Geschenk in gebührender Reihenfolge) gemacht wurde, erschien die Vorderseite; voraus (an der Vorderseite) war die Grundlage (oben) ausgestreckt, die Passage wurde dahinter (unten) klar gemacht." [siehe Anmerkung1]
"Dies ist das Haus von Yama, genannt das Haus von den Göttern, hier wird für ihn die Flöte geblasen; hier wird er mit Liederhymnen verherrlicht." (Rv. 10.135)
1) das Wort anudeyi in Vers 5 und 6 ist von europäischen Gelehrten mit Begräbnisgeschenk übersetzt worden. Sie haben dies in der Annahme getan, daß diese Hymne der Stoff der Begräbniszeremonie eines toten Jungen namens Kumara ist.
Sie klagen darüber, daß Sayanas Alternativbedeutung für einen größeren Grad der Dunkelheit sorgt. Wenn im Alternativsinn der Hymne, der alte indische Experte Sayana nur das Licht seines Vedantischen Wissens angewandt hat, um für dessen Dunkelheit zu sorgen, haben moderne westliche Experten, Wilson, Griffiths und andere, ihre Phantasie laufen lassen und ein Begräbnisgeschenk aus der ganzen Hymne gemacht; natürlich spricht das tote Kind mit ihnen im zweiten Vers. Dies ist wirklich eine kuriose Verbesserung von Sayana.
Anudeyi bedeutet strikt: 'das, das in gebührender Reihenfolge gegeben werden soll', (anukramenna datavyam). Der Rischi in seinem Aufwärtsmarsch, gibt sich auf eine methodische Weise den höheren Mächten und wird an seinen rechtmäßigen Platz zurückgebracht. Natürlich, wenn er sich in die höhere Existenz über der Erdebene hinein bewegt, erscheint sein vorderster Teil, die Vorderseite zuerst über der Stufe des Erdbewußtseins, dann ist die Grundlage des Kosmos die oben ist, vor ihm ausgebreitet; sobald dies stattfindet und er hinaufgeht in Richtung des Vaters, gibt es dahinter einen klar gemachten Übergang, durch welchen er hinaufgeht.

Ungeachtet dessen, ob diese Hymne vom Rigveda wirklich die Basis der Geschichte über Natschiketas in der Katha Upanischade ist, ist das für uns von keiner großen Wichtigkeit. Aber die Bedeutung der Hymne kann nicht übergangen werden und sie liegt offensichtlich in der Tatsache, daß der Rischi Kumara vorwärts - sollen wir sagen aufwärts - in einem von seinem Geist gebildeten Wagen fährt, der radlos ist, einstängig, auf allen Seiten sich bewegend und im bloßen Akt des Vorwärtsgehens, ist die Passage dahinter gemacht, die Öffnung ist bewirkt, sodaß seine Rückreise von Yama zum irdischen Leben, leicht gemacht ist und die Kommunikation zwischen diesem Leben und was immer auf der anderen Seite ist, natürlich und beständig wird. Die sehr rätselhafte Form der Hymne, die seltsame Maske vom Dialog, die von Yama verwendeten rätselhaften Wörter, geben den okkulten Charakter des spirituellen Status preis, den der Rischi gewonnen hat. Die Erklärung der ganzen Hymne, Vers bei Vers, ist hier nicht beabsichtigt und wir überlassen es dem eifrigen Geist, die vollere Bedeutung zu entdecken.


3.

Um zur Geschichte Natschiketas zurückzukehren, - die erste Gabe um die er Yama bittet ist, daß er ihm erlauben wird zu seinem Vater zurückzukehren und ihn beruhigt und bereit finden möge, ihn zu erkennen.Yama gewährt die Gabe; mit anderen Worten, Natschiketas, die über die höhere und gewaltigere Welt darüber auflodernde Seele, konnte den Faden seines persönlichen Bewußtseins bei der Wiederherstellung seiner materiellen Umhüllung umschulen und sich so wieder in seinem geänderten Innenzustand den Forderungen des physischen und äußeren Lebens anpassen, sodas er vom Vater erkannt werden konnte, der ihn dem Tode gab. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß vajasravas ein bezeichnender Name für jemand ist, der für seinen materiellen Reichtum bekannt ist oder jemand darstellt, der sogar inmitten materieller Fülle, für inspiriertes Hören zugänglich ist. Dieser letztere Vorschlag wird von den aktuellen Formulierungen im Brahmana vorgesagt, denn es ist eine Stimme die spricht und ihn zum Haus des Todes ruft, (tam utthitam vak abhivadati); und wenn Natschiketas die Wahl der ersten Gabe erwähnt, meint die tatsächliche Formulierung im Brahmanatext 'laß mich lebend zu meinem Vaters zurückkehren' (pitaram eva jivan ayani). Wenn wir dann der Bedeutung des Namens Vajaschravas, als das äußere Wesen und Bewußtsein in der materiellen Fülle von physischer Existenz Beachtung schenken, dann ist Natschiketas die Seelenflamme, die von den Grenzen des physischen Wesens befreit, als das letzte Geschenk von Vajaschravas geopfert wird, der den materiellen Reichtum bewußt besitzt. Der Junge Kumara ist der Sohn, Produkt von Vajaschravas, ist naciketas, nicht bewußt worauf er vorbereitet wurde, oder wonach er selbst fragte, als er sich als Geschenk im Opfer seines Vaters anbot. Es ist nicht klug, den inneren Sinn für vajasravas und nachiketas zu übersehen, besonders angesichts der Tatsache, daß die Upanischade von Natschiketas im Hause Yama's, als der Vaischvanara Flamme spricht. Denn er ist wirklich das Feuer im universalen Wesen von Materie, Leben und Geist -- bekannt als trinaciketas; versteckt im Innern des Menschen, ist er der Sohn des Menschen und wenn wir einen modernen Ausdruck verwenden wollen, das Hauptprodukt der Evolution. Erwacht als die Flamme der aufstrebenden Seele, erhebt er sich vom Erdenleben bis zum Wohnsitz Yama's, dem Wächter vom Gesetz, Dharmaraja, dem Sohn der von der Sonne symbolisierten Wahrheit, Vivasvan. Die Bedeutung der anderen Wörter und Namen, die im Text der Upanischade verwendet werden, ist nicht zu übersehen. Wir können den Fall von Yama betrachten, von dem sowohl als Mrityu, als auch Vaivasvata gesprochen wird. Denn es gibt drei Aspekte, in denen er betrachtet werden kann. Er ist Mrityu, weil er der Geber des Todes ist; er ist Yama, der Beherrscher, einer der durch das Erhalten des kosmischen Gesetzes (Dharma) herrscht; das heißt, weil er der Sohn von Vivasvan ist, der Sonne der Wahrheit, von der das Gesetz geboren wird.

Diese Ausdrücke zeigen die wirkliche Natur der ersten Gabe, die Yama Natschiketas erweist, eindeutig an, - die Gabe einer Kapazität, mit der er von der höheren Ebene zur Physischen zurückkommen kann, mit der festbegründeten Verbindung zwischen diesem und dem Leben darüber, dabei den Faden des Bewußtseins erhaltend, denn die Öffnung ist schon gemacht und der Übergang sicher, um die Vedische Phrase zu verwenden. Wir mögen im Vorrübergehen bemerken, daß der Sanskrit Ausdruck sutratma, der bedeutet, sich auf die Seele im linga deha oder subtilen Körper zu beziehen, auch sehr gut für die Beschreibung der Seele passt, die den Faden vom persönlichen Bewußtsein in ihrer Reise zur anderen Seite des Lebens bewahrt und die Ausgangspassage entdeckt, zum Erdenleben zurückzukehren. Dies ist die erste Gabe, der anfängliche Gewinn von Natschiketas, den jede Seele, die danach strebt wieder ein volleres Leben zu führen, durch völliges Sterben zuerst gewinnen muß, um in das Königreich des Gesetzeshalters aufzutauchen, bei dem die kosmische Existenz erhalten wird, durch den man die Höhen der Existenz über dem Zyklus vom Leben und Tod zum ewigen Leben, der ewigen Freiheit, Unsterblichkeit ersteigen muß.

Lassen Sie uns dann zur zweiten Gabe übergehen und ihre Bedeutung in dem Lichte betrachten, was in Bezug auf die Erste angegeben worden ist. Es liegt in der Tatsache, daß die Seele die die erste Befreiung vom Netz des physischen Bewußtseins und erdgebundenen Lebens gewonnen hat und Kontakt mit Gott, der höheren Macht die das kosmische Gesetz verwaltet bewahrt hat, durch sie die weitere Kenntnis vom göttlichen Wesen gewinnen konnte, das den Vorsitz über den kosmischen Aufbau vom Universum hat, welches mit dem Himmel oben beginnt und an diesem Ende auf Erden ruht. Dieses Göttliche Wesen wird hier das himmlische Feuer, Svargya Agni, genannt, die Quelle und Grundlage der Weltexistenz. Er [Agni, A.d.Üb.] ist nicht das Brahman darüber, sondern von Brahman geboren, er ist das Allwissende Göttliche und wohnt im Himmel, herrscht über den Kosmos. Hoch oben und deshalb uns Überbewußtheit, übersteigt er die irdische Natur. Aber innerhalb des sterblichen Menschen, ist er hier in der geheimen Höhle in den unterschwelligen Teilen verborgen. Im Entzünden von ihm, durch das Anzünden dieses Feuers, versteckt im Unterbewußtsein und durch die richtige Anordnung der verschiedenen Teile und das Errichten von ihm in richtiger Reihenfolge im Einklang mit dem kosmischen Gesetz, ist er als das aus dem Brahman manifestierte Göttliche offenbart. Bei seiner Offenbarung gelangt die Seele zu einem unvergleichlichen Frieden. Sobald er intensiv in den drei Seelenzuständen, auf den drei Stufen (oder auf den drei Weltebenen der Vedischen Ordnung) realisiert wird und Berührungspunkte im dreifachen Wesen bewirkt, das mit ihm (Tri-Naciketas) vereint ist, überquert man die Geburt und den Tod. Wenn ein Mensch deshalb Zugang zu diesem dreifachen Natschiketas gewonnen hat, sind die Schnüre der Sterblichkeit gelockert und fallen insgesamt ab.

Es ist die Anweisung über dieses okkulte Wissen, das Natschiketas von Yama als zweite Gabe erhält. Zu solch einer Seele, die zur göttlichen Existenz gelangt, kommt die Kraft der Prakriti (kreative Natur) unaufgefordert und fällt unter seine Kontrolle. Dies ist der Sinn des unaufgeforderten Beschenkens von Natschiketas mit einer zusätzlichen Gabe Yama's, das Gewähren der Halskette von vielen Formen.

Jetzt kommen wir zum rätselhaftesten Teil der Abhandlung, der Frage über den Tod. Ohne Furcht vor Widerspruch können wir sofort feststellen, daß die Frage die Natschiketas Yama nach dem Tod fragt, die am meisten mißverstandene Frage gewesen ist. Ist es sein Wunsch zu wissen, was mit dem Menschen nach dem Tod geschieht? Kann es sein, daß er Zweifel am Überleben der Seele hat, wenn der Mensch stirbt? Solch eine Frage kann sich nicht ergeben, denn er ist schon vor Yama anwesend; nicht nur daß er vor ihm erschien, sondern er erlangte die Gabe, zum Leben als eine erkennbare Persönlichkeit zurückzukommen. Also kann dies keine Frage über das Überleben der Seele sein. Wieder ist er durch die zweite Gabe zu seiner Stelle einer göttlichen Existenz gelangt, die Unsterblichkeit genießt, die das Leben und den Tod überquert hat. Deshalb können wir sicherlich sagen, daß er nicht mit Zweifeln an der Unsterblichkeit der Seele in dem Sinn belastet wird, daß sie ihre Existenz in anderen Welten, der Welt des Himmels oder der Götter fortsetzt, die er schon genießt. Was meint er dann, wenn er sagt: "Wenn der Mensch gestorben ist, sagen einige, daß 'Er ist' und einige 'Dies ist er nicht'? Gibt es irgend etwas im Menschen, das von Körper, Sinnen und Geist verschieden ist, das auch hier auf Erden oder woanders in einer anderen Existenz, ihren Zerfall überlebt und in Kontakt mit einem anderen Körper der gleichen oder anderen Art kommt? Wenn es solch ein Ding gibt, - nenne es Spirit, Purusha oder Seele -- wie können wir sagen, daß es dasselbe Wesen, dieselbe Person ist, die den Tod überlebt und in einer Nach-Existenz zu sein fortfährt oder Geburt annimmt? Und was wir normalerweise bei Mensch verstehen, ist weder die gesonderte Seele noch der Körper, Geist und Sinn, sondern alles zusammen betrachtet, was wir die menschliche Persönlichkeit nennen könnten. Wenn es deshalb eine Desorganisation vom physischen Organismus gibt, bleibt nicht, was auch immer erhalten bleibt, als der bloße Spirit, der Puruscha oder der Atman, das Selbst, erhalten. Denn wenn es allein das Überleben des Puruschas ist und nicht etwas von der menschlichen charakteristischen Persönlichkeit des Menschen der stirbt, in wieweit sind wir dann berechtigt, das Überleben als das des persönlichen Selbstes zu nennen. Wie kann es ein persönliches Selbst, ohne eine Persönlichkeit geben? Nachdem es die Persönlichkeit ist, die für die Identität zählt, von der sie der Stempel und der Ausdruck ist. [siehe Anmerkung2]

2) In Bezug auf den gewöhnlichen Menschen, ohne jedes spirituelle Erlangen, sagt die Chhandogya scharf, 'sie werden geboren und sterben' (jayasva mriyasva), was bedeutet, daß der gemeine Mensch wenig von der Seele in sich hat und keine Zukunft hat, er stirbt. Das ist auch die Bedeutung des Zweifels -- einige sagen: 'dies ist er nicht '. Dieses, was er sich jetzt nennt, stirbt; was auch immer erhalten bleibt, ist nicht dieses 'er ' -- beachten sie die Worte:'na ayam asti iti ca anye'.

4.

Jene, die die Antwort in der Bejahung geben meinen, daß es jemand gibt, der (bhokta) kraft seines Angejochtseins an Seele, Sinne und Geist, der Genießer genannt wird und es ist er, der den Tod überlebt. Jene die sagen, daß ein Mensch wenn er stirbt, nicht als eine Person oder Seele mit einer menschlichen Persönlichkeit erhalten bleibt, meinen als Folgerung, daß Persönlichkeit eine sich entwickelnde Sache ist, daß sie in der Weltexistenz konstanter Änderung unterworfen ist, die selbst in einem Zustand des immerwährenden Flußes ist. Wenn sie eine farblose, alles durchdringende, allwissende Realität (Brahman) ist, die innen wohnt und die individuellen Leben, Geiste und Seelen stützt die erhalten bleiben, dann bleibt das Ewige sicher als das Unsterbliche bestehen, dauert weiter an, unberührt von der Sterblichkeit des Menschen und bleibt erhalten. Wenn der Mensch deshalb Das ist, dann kann man in diesem Sinne sagen, daß 'er ist'. Aber wenn bei Mensch die menschliche Persönlichkeit gemeint ist, dann bleibt er als solche nicht erhalten und somit sagen einige: 'dies ist er nicht ' aus dem schon genannten Grund, bzw. daß sie sich dauernd ändert. Wenn nichts sonst erhalten bleibt als das Eine, ist es dasselbe zu sagen, wenn ein Mensch stirbt, werden die zerfallenen Elemente vom Universalen absorbiert oder in ihrer universalen Entsprechung wiederhergestellt und das Ewige Eine, das Unsterbliche Wesen, bleibt allein unberührt. Es ist gerade wie der universale Raum (Mahakasa) im Topf (Ghata), vom Brechen des Topfs unberührt und deshalb erhalten bleibt. Wenn ja, bedeutet es in den Worten von Natschiketas praktisch, daß 'der sterbliche Mensch wie Korn vergeht und wie Korn geboren wird'. Aber ist es das, das die Upanischade in Bezug auf die wahre Natur und das wahre Ziel des Menschen sagt? Es ist wahr, daß der Text Betonung auf die Ewige Realität, das Allerhöchste, als das Unsterbliche Wesen legt, - alles sonst ist nicht unsterblich oder ewig, sondern der Änderung unterworfen, vergänglich. Sogar wenn von einem himmlischen Wesen, einem Gott (Deva) gesagt wird unsterblich zu sein, ist er das nicht in seinem eigenen Recht, ist seine Unsterblichkeit nicht absolut, sondern abgeleitet von dem Ewigen Einen, durch seinen Kosmischen Status, von seiner Nähe im Bewußtsein zu seinem eigenen Ursprung, der die Herkunft aller Götter und Mächte, aller Welten und Wesen ist. Wenn die Upanischade einen Vortrag nur über diese wahre Unsterblichkeit hält, absolut und eins und es da beläßt, können wir sehr wohl sagen, daß die Frage von Natschiketas nicht beantwortet wird, oder wenn überhaupt beantwortet, wird es auf solche Art getan, daß die Frage umgangen wird. In diesem Fall könnte Natschiketas sehr gut sagen, "Mein Herr, ich rede vom Quark, Sie vom Käse". Aber Yama ist bemüht, die Frage in einigen Versen fast als Vorschläge und Hinweise angegeben, in der Annahme zu beantworten, daß sich die Fragen auf den Tod des Menschen im Allgemeinen beziehen, obwohl es nicht vollständig für Natschiketas gelten kann, der ein spezieller Fall ist, nachdem er schon himmlische Unsterblichkeit gewonnen hat, die relativ ist, nicht die Höchste und Absolute, von der Natschiketas als sein letztes Geschenk noch von Yama lernen muß.

Eine einzelne Antwort auf die Frage über den Tod, das Überleben und die Unsterblichkeit der Menschen würde irreführend sein und ist in allem nicht möglich, denn die Frage ist kompliziert und nicht einfach; Menschen gibt es viele, alle sind nicht auf derselben Stufe und Entwicklung gleicher Weisheit und Kapazität im Wissen und Tun, denn dieses sind die Faktoren, die zu dieser Natur beitragen und von dieser Kraft, diesem Element im Wesen des Menschen integriert werden, welches das Auslöschen des biophysischen Mechanismus überlebt. Deshalb sagt die Upanischade, "subtil ist das Gesetz". Sicher lehrt sie keinen völligen Materialismus, eine moderne Version des alten lokayatika;. Andererseits sagt Yama, "Gautama, sicher sage ich dir das Geheimnis, das Ewige Brahman, und auch was mit der Seele nach dem Sterben geschieht." Nochmal: "Einige betreten den Mutterschoß für die Wieder-Verkörperung des Spirits, andere folgen dem Unbeweglichen entsprechend ihren Taten, entsprechend ihrem Wissen." (5,6.7).

Hier ist was tatsächlich erhalten bleibt und sich für die Verkörperung des Spirits vorbereitet, nicht bestimmt; aber im Licht von anderen Passagen, auf die wir uns bald beziehen werden, können wir es als verstanden nehmen, daß es die Seele ist, die bei dem im Text verwendeten Wort Atman gemeint ist, - beachte die Wörter, yatha maranam prapya atma bhavati. Sogar dann müssen wir wissen, was genau die Beziehung der Seele die wiedergeboren wird, zum Geheimnis, dem Ewigen Brahman ist, von dem Yama im gleichen Atemzug verspricht Natschiketas einzuweisen. Bevor wir betrachten, warum und wie einige Seelen zur Verkörperung den Mutterschoß betreten und einige nicht, lassen sie uns betrachten, uns auf die Passagen dieser Upanischade beschränkend, wie die Seele die wiedergeboren ist, mit dem Brahman, dem Ewigen, dem Unsterblichen, in Beziehung steht.

Die Vorstellung der Menschen des Altertums von der Wahrheit über Seele und Gott, den individuellen Spirit und das universale Selbst, das niedere Selbst und das höhere spirituelle Wesen, ist in den Hymnen verzeichnet und ist so alt wie der Rigveda und wir finden ein berühmtes Rik des mystischen Dirghatamas leibhaftig von der Mundaka Upanischade genommen und angeführt. Dieselbe Wahrheit ist in anderer Gestalt hier im Katha-Text ausgedrückt. Wenn in der Vision der vedischen Seher, die zwei Selbste zwei Vögel sind, ewige Begleiter, in einem gemeinsamen Baum des Lebens wohnend, einer die köstliche Frucht des Baumes essend und der andere nicht essend, sondern einfach seinen Kameraden beobachtend, so verwenden die Weisen der Upanischade, besonders in der Katha eine andere Figur, um dieselbe Wahrheit zu äußern, aber mit mehr Deutlichkeit, mit passenderen Entsprechungen, die ausdrucksfähige Symboliken und Wahrheitsformen, anstatt poetischer Gleichnisse sind, um die Beziehung der Zwillings-Seelen zu erläutern. Im Rik des Sehers ist das niedere Selbst der Vogel, der im gemeinsamen Lebensbaum mit Gott, der Höchsten Seele, wohnt; sie ist im Genuß der Lebenssüße versunken und ist deshalb von ihrer Lordschaft gefallen. Wenn sie aber den Anderen sieht, der Herr und Geliebter ist, merkt sie, daß dies alles Seine Erhabenheit ist und ihr Kummer verläßt sie. Aber wie nimmt die Seele an den Früchten des Lebens teil und schmeckt sie, ohne die Zustimmung vom Anderen, dem Herrn? Um seine Zustimmung einzubeziehen wird gesagt, sie beobachtet; denn ihr bloßes Sehen (abhi-cakasiti) trägt alles mitsich, das notwendig ist, den Anderen anzureizen, um am Leben teilzunehmen, und sie ist deshalb in diesem Sinn und in diesem Maße auch ein Teilnehmer an den Früchten des Lebens; aber sie wird nicht davon bewegt, wie der andere Kamerad, deshalb wird gesagt, sie beobachtet einfach. Aber die Katha macht es noch expliziter, wenn sie sagt (3,1), daß es zwei gibt, die tief von der Wahrheit guter Taten trinken; sie wohnen in der obersten Hälfte im Allerhöchsten (parame parardhe); sie sind in die geheime Höhle eingetreten und wohnen in ihr. Deshalb sind sie nicht weit von- und auseinander. Wenn ihr Plenarsaal in der obersten Hälfte am Gipfel der Schöpfung und deshalb weit von uns ist, so sind sie auch nah in uns selbst, in den geheimen Tiefen, im Herzen der Kreatur, in die sie eingetreten sind. Man kann ihn, den Esser der Süße, madhvadam, den Jiva, immer nah als das Selbst innen kennenlernen, das der Herr von dem ist, was war und von dem, was sein soll (4,5); wenn das höhere Selbst somit ein naher Begleiter ist, das Selbst vom im Herzen wohnenden niederen Selbst und innerhalb des Selbsts eindeutig wie in einem Spiegel gesehen werden kann, so sind sie hoch oben beide untrennbar als Licht und Schatten, auf den oberen Höhen der kosmischen Leiter zusammen eins. Denn es wird gesagt, der Eine in seiner Manifestation als Schöpfung, ist der ewige Baum, Aschwatta, dessen Wurzeln nach oben und Zweige abwärts weisen und es ist Er, das Brahman, das Unsterbliche, der der Leuchtende Eine genannt wird, in dem alle Welten begründet sind, und es gibt nichts über ihn, keiner kann darüber hinausgehen.


5.

Beim Betrachten der Beziehung der wiederverkörperten Seele zum höheren Selbst, das sowohl innerhalb unser als auch über uns ist, werden wir uns deshalb nicht auf einen einzelnen Gesichtspunkt beschränken, denn das würde eine irreführende Teilwahrheit sein und deshalb unwahr im Ergebnis sein. Wir können den Fall der Upanischade anführen, die beschreibt, wie der Atman auf verschiedenen Stufen wahrgenommen wird; innerhalb des Selbsts wird er wie in einem Spiegel gesehen, oben in der Welt der Väter, wie im Traum, noch höher, wie man im Wasser die Oberfläche eines Objektes sieht und als Licht und Schatten, im höchsten Himmel vom Spirit. Dieselbe Sache gilt für die Frage der Wiedergeburt der Seele; wir können sagen, daß die Seele sich bezüglich der Wiederverkörperung vorbereitet, den Mutterschoß wählt und in ihn eintritt, aber die Seele ist weder geboren, noch stirbt sie, können wir von einem anderen Gesichtspunkt auch sagen. Denn das Selbst innerhalb der Seele ist die wirkliche Seele, ist der innerhalb sitzende Herr und hat keine Geburt oder Tod; oder das Höhere Selbst darüber beobachtet und hat deshalb hier den Vorsitz über die Seele und wird nicht geboren und stirbt nicht. Es ist eine Tatsache spiritueller Erfahrung, der Verwirklichung der Wahrheit, die auf einen höheren und tieferen Zustand des Bewußtseins zu einer subtileren Schicht des Seins bezogen ist, zu einer gewaltigeren und breiteren Sphäre der Existenz. Die Upanischade spricht von zwei Hälften, die Höhere und die Niedere; die Erstere (parardha), wird vom Wissen, Vidya, dominiert; die Letztere (aparardha), wird von der Herrschaft des Unwissens regiert, Avidya, und fällt unter die Herrschaft des Todes, mrtyu. Wenn in der höheren Hälfte die offene Wahrheit ist, selbstoffenbar und unsterblich, ist die Wahrheit im niederen Feld der Unwissenheit verschleiert, die Wesen werden geboren und sterben; der Zyklus von Geburt und Tod rotiert unaufhörlich. In der höheren Wahrheit, scheinen die Seelen verkörpert und körperlos zu sein, als ob sie Schatten der Substanz wären, von welcher das wahre Selbst ist, das weder Geburt noch Tod hat. Deshalb wird die Seele, die die Unwissenheit überquert, mit der wahren Schau versehen und erkennt ihre eigene Wahrheit, ihr ursprüngliches Wesen und Selbst. Aber solange man in der Unwissenheit bleibt, ist die Verkörperung und Wiedergeburt der Seele tatsächlich und nimmt ihren Verlauf von Geburt und Wiedergeburt, und durchläuft die Skala des Lebens mit einem Wirklichkeitssinn. Ihren Stand auf diesem Faktum tatsächlicher Erfahrung nehmend, spricht die Upanischade von der Allgemeinheit der Menschen, als wie vom Zauberspruch der Unkenntnis gefesselt, unter der Herrschaft vom Tod und daß ein Seltener gelegentlich sein Auge nach innen wendet und zur Unsterblichkeit gelangt. Deshalb ist was mit der Seele geschieht wenn ein Mensch stirbt, eine Frage, von der die Antwort vom Menschen abhängt, in wieweit er durch sein Wissen und seine Werke, der Seele in ihrem Lebensrundgang und Aufwärtsmarsch geholfen oder sie in Richtung der Wahrheit ihres Wesens behindert hat.

Jede Seele muß zwecks Annahme von Geburt oder Wiedergeburt, ein Fahrzeug haben, um sich darin zu bewegen; denn essentiell ist die Seele Spirit und bewegt sich nicht im Vakuum, sondern wählt und entwickelt durch ihre eigene innewohnende Kraft, die wirklich die Kraft des Spirits ist, ein natürliches Fahrzeug, einen Körper, ein untrennbares Gewand, wie subtil und psychisch in seiner Art und seinem Charakter es auch immer ist. Es ist dies, das das Wesentliche der Erfahrungen im Leben soviel es kann absorbiert, wofür es eine Geburt annimmt. Deshalb wird die Bedingung der Seele nach dem Tod von der Richtung bestimmt, zu denen die Aufsummierung ihrer Erfahrungen, die subtil in ihrem natürlichen Fahrzeug und Körper wohnten, angezogen wurde. Einige mögen nach oben zu den höheren Welten gezogen werden, wenn solches die Entwicklung und Verwirklichung im Erdleben selbst war. Einige mögen erdgebunden, von Begierde geritten sein, das soll heißen, daß die Seele immer noch in Gedanken und Gefühlen und Leidenschaften versunken sein kann, von materiellen Dingen der gröberen Existenz besessen oder von einer scheinbaren Verneinung des Spirits der höheren Welt, von irgend etwas außer dieser terrestrischen Existenz dominiert sein. Solche Leute, solche Seelen, sind natürlich erdgebunden und bekommen die Früchte ihrer Arbeit zurück. Manche folgen, sagt der Text, dem Unbeweglichen, sthanu, welches entsprechend Schankara bedeutet, das einige Seelen in den Zustand von unbelebten Objekten zurückgehen, wie Bäume usw. Es kann den Unveränderbaren Einen meinen, das natürlich Brahman ist. Ob eine menschliche Seele tatsächlich zu einer niederen Geburt zurückgeht und ein Tier oder ein Holzscheit wird, oder es Rhetorik ist, es solcherart zu sagen, muß hier nicht betrachtet werden und ist jenseits unseres Bereiches. [siehe Anmerkung3]

3) Eine volle Diskussion der Frage der Wiedergeburt ist hier nicht möglich oder gewährleistet. Indische Philosophen haben sie als eine unbestreitbare Tatsache seit uralten Zeiten akzeptiert. Gleichwohl ist sie ein philosophisches Dogma. Das Thema hat eine systematische Behandlung in den Händen von Schri Aurobindo im Göttlichen Leben erhalten. Für ein leichteres Denken sind seine Briefe, manche sind in Buchform herausgegeben, lobenswert. Wertvolle Wahrheiten und seltene authentische Information können in den Konversationen mit der Mutter gefunden werden.

So verkündet die Upanischade, daß das Schicksal der Seele davon bestimmt wird, was sie tut und kennenlernt und getan und kennengelernt hat. Unser Text hat eine prompte Antwort indem er sagt, (5,13), daß es der Eine ist, das Ewige in allem das vergänglich ist, es ist der äußerst bewußte Eine in allen bewußten Wesen, es ist der Eine, welcher das Begehren von vielen beherrscht und daß die Ruhigen und Starken, diesen Einen innerhalb des Selbstes erblicken und derer der Friede Gottes ist. Dies beseitigt die Frage, warum so viele auf so viele Weisen begehren und genötigt sind, sich abweichend zu bewegen und zu verhalten; denn der einfache Grund ist, daß der Ursprung und Vorwärtstreiber, pretita, Er ist, die Vielen bewegend und in den Vielen wohnend. Ihn deshalb zu erkennen, bevor sich die Seele langsam vom Körper löst, ist unbedingt nötig und kann nicht von irgend jemanden verschoben werden, der entschlossen ist, nicht wie ein Wurm zu sterben. Denn sogar wenn man durch den Verdienst seines eigenen Wissens und seiner eigenen Taten und der sich daraus ergebenden Entwicklung zur Erkenntnis irgendeiner Art, eine Befreiung von den niederen Bindungen erlangen könnte und einen Status in einer höheren Existenz nach dem Tode, muß man hier zur Realisation dieses Einen zurückkommen, da es hier ist, daß Er innerhalb seines eigenen Selbstes, wie in einem Spiegel gesehen werden kann. Unser Text lädt als nächstes die Seelen, die den Körper verlassen ohne Ihn zu kennen, zum Nichtssein ein. Ihn hier zu erkennen, heißt von der Wahrheit, dem Einen, dem Unsterblichen besessen zu sein und sie zu besitzen. Wie zu erkennen, das ist die Frage. In einigen der Verse sind Hinweise über das Mittel gegeben, das man verwenden muß um den Joga auszuüben, der das Geheimnis birgt. Aber als letztes Mittel, macht man eine alleinige Wahl der Wahrheit, des Höchsten, des Selbstes; es ist dann, daß der Eine, das Selbst, die Substanz der Realität, als seinen eigenen Körper der Seele offenbart.

Aber das ist der endgültige Schritt, das unmittelbare Mittel, in welcher sich die von der Seele gemachte ausschließliche Wahl des Selbstes, die entgegengesetzte Seite oder die Folge der freien Wahl vom Selbst, zu offenbaren scheint. Für die anfängliche Suche der Wahrheit aber, durch jemand in der Unwissenheit, der vom Zweifel gepackt ist, ob der Mensch zu Sein aufhört oder fortdauert und ob der Eine in ihm ist oder nicht, manifestiert oder unmanifestiert, ist Glaube das erste Unentbehrliche, der wesentliche Faktor, der dafür kompetent macht, das geheime Wissen zu empfangen. Natschiketas hatte ihn; sogar bevor er seine Wallfahrt zum Tempel von Yama machte, nahm der Glaube von ihm Besitz. Auch später bittet Natschiketas: 'Belehre mich, ich habe Glauben' (sraddadhanaya). Mit Glauben zu beginnen, ist natürlich eine notwendige und verständliche Sache. Aber Glauben an was? Glauben an die Existenz von Ihm in aller Manifestation und in einem selbst. Denn wie kann Es irgendwo anders erkannt werden außer in dem, der sagt "Es ist" (d.h., der den Glauben dazu hat, daß er ist ? 6.12). Zuerst wird gesagt, Es in seiner Manifestation zu erkennen, in seinem eigenen Selbst; weil es sowohl Manifestiertes (sat) als auch Unmanifestiertes (assat) ist. Sobald es dann als das Manifeste erkannt ist, dämmert dem Menschen seine wesentliche Wahrheit, das Unmanifestierte.


6.

Deshalb muß man mit Vertrauen in Seine Gegenwart fortfahren, Ihn innerhalb seines eigenen Wesens zu entdecken, in den Tiefen, im Herzen. Diese Entdeckung ist jedoch nicht durch das bloße geistige Suchen möglich oder wirksam, wie eifrig und subtil es auch immer ein mag, obwohl es hilfreich sein mag den Geist zu schulen; und auch nicht von der vitalen Stärke, mit all den Begierden und Leidenschaften des kanalisierten und ausgerichteten Lebens, die zu ihrer Kraft beitragen, obwohl das wertvoll für ihre Läuterung und Lenkung unter Selbstkontrolle zu kommen sein kann, sondern vor allem von der Seele mit aller Hilfe, die sie von den Instrumenten Geist, Sinn und Leben bekommen kann. Die Entdeckung der Seele vom Selbst, dem Gott in uns, ist wirklich eine Offenbarung; aber es ist keine nicht mit dem materiellen Körper zusammenhängende Erfahrung; denn es ist nicht das Ergebnis mentaler Analyse. Es ist keine metaphysische Trennung des Selbstes, die die Upanischade meint, denn sie sagt 'Man muß Ihn mit Geduld von seinem eigenen Körper trennen, wie man die Hauptfaser von einem Grashalm trennt' (6,17). In solchen konkreten Ausdrücken liefert die Upanischade die authentischen Wörter, in Bezug auf die Behausung des Spirits im physischen Körper des Menschen. Dies ist wo die Lehre ankommt, - daß die Erkenntnis und Erfahrung der Wahrheit über den Unsterblichen, dem Spirit im Sterblichen, für den Menschen in seinem Erdenleben möglich und notwendig ist und das allein solch ein Erlangen für seine andauernde Existenz und sein Überleben nach dem Abfall der physischen Hülle vorbereitet, als eine einzelne Seele in einer gutgeformten, vorzüglich zentralisierten, transparenten, subtilen und sprirituellen Umhüllung, die sich selbst erhalten und den Kräften der Dunkelheit und des Todes standhalten kann; denn es sind diese und ihre Verwandtschaft, die den Zyklus von Geburt und Wiedergeburt im Herrschaftsgebiet von Unwissenheit und Unwahrheit, in der niederen Hälfte kosmischer Existenz lenken und dominieren.

Dies dann ist die Bedeutung der dreifachen Gabe, die Yama Natschiketas gewährt. Wenn der Antrieb zum Wahrheitswissen vom Besitz des Glaubens kommt, welcher den Schwung für eine selbstübersteigende Anstrengung über den gewöhnlichen Lebenslauf hinauszugehen gibt und Angesichts der zukommenen Kraft, die die Geheimnisse kosmischer Existenz kennt und das kosmische Gesetz gewährleistet, dann ist das ein Gewinn; aber endgültig und weitreichend bringt es für die Seele von Mut, Ruhe und Stärke, die die entscheidende Wahl zum Übertreffen routinemäßigen Lebens und wiederholter Kreise vom rohen äußeren Bewußtsein macht, die Kraft mit, den Übergang zu öffnen der zur anderen Seite des Lebens führt und sie mit dem körperlichen Leben hier zu verbinden und bewußt durch den neuentdeckten Weg zur materiellen Existenz zurückzukehren. Dies ist wirklich eine Art der Befreiung vom gröberen und begrenzten Leben und in diesem Maße, eine teilweise Befreiung von der Herrschaft der Natur. Dies ist die Bedeutung der ersten Gabe, des ersten Gewinnes -- eine okkulte Kraft und ein okkultes Wissen. Es ist aber in seinem Umfang beschränkt; das Wissen, die Kraft der Seele, die Eingang in die geheimen Kammern vom Yama-Dharma gewonnen hat, dem Herrscher über das kosmische Gesetz, dem das Leben und der Tod Phasen sind, ist zu einem ausgewählten Teil, zu einem Fragment ihres engen, nicht weiten, nicht genug tiefen oder hohen, nicht zum Ganzen ihres Wesens erweiterten eigenen Wesens beschränkt.

Deshalb wird im zweiten Geschenk der nächste Schritt gemacht, um das Geheimnis, das Wissen vom Feuer, des göttlichen Wesens zu geben, das der Ursprung der Welten ist, die Grundlage der Weltexistenz, dessen Heim oben ist, auf den Höhen des Kosmos, das aber im Innern des Menschen verborgen ist, in den sublimen Teilen dahinter, darunter und darüber. Der Gewinn dieses Wissens vom Geheimnis und Ursprung von Weltexistenz, Himmel und Erde, umfaßt die Methode diese Gewalt aufzuwecken, dieses Feuer innerhalb seines Wesens zu entfachen, wodurch die Seele des göttlichen Wesens vom Kosmos bewußt wird und Ihn in sich errichtet. Am Ende ist die Seele in ihrer Wissenssphäre geweitet, in ihrer Statur erhöht und legt ihre Berührungspunkte im dreifachen Universum von Materie, Leben und Geist fest; und vereinigt im kosmischen und himmlischen Feuer in seinem dreifachen Wissens- und Wirkungsprinzip, steht sie mit einem sich setzenden intensiven, unsterblichen Frieden darüber, unsterblich und aus dem rollenden Rad von Leben und Tod heraus.

Dies ist ein größerer Gewinn, bemerkenswert und groß in seiner Vorstellung und seinem Ergebnis. Aber diese große Vollendung konnte nur permanent auf einem einzigen Ding beruhen und das ist die Kenntnis vom Einen und dem Unsterblichen, aus dem das Göttliche Wesen des Kosmos geboren ist. Denn das ist das einzige und absolute Wesen, das Unsterbliche; auf ihm ruht die Geburt, das Wachstum, die Führung, die Regentschaft vom Universum; in ihm scheint das Licht, das alle Dunkelheit zerstreuend, die wirkliche Natur der Geburten und Tode der Wesen zeigt: durch ihn werden die scheinbar geborenen und wiedergeborenen Seelenformungen des Spirits offenbart; es ist mit dem unerschütterlichen und immensen Fels des Friedens gleichbedeutend und deshalb die Basis, der Vordergrund, als auch der Hintergrund alles wahren Wissens und aller wahren Aktivität im Universum; kurz, es ist die Hauptursache und die Endwirkung aller trennenden und kollektiven Bewegungen oder alles Vereinheitlichens und aller Endsumme in der menschlichen Existenz oder dem Weltwesen. Sobald die Seele zu diesem Frieden gelangt, ist der Gewinn immens, unvergänglich, absolut und wirklich -- der Gewinn, von welchem andere Gewinne ihre Werte bekommen. Wenn der Wert des ersten Gewinnes im Führen zum nächsten Schritt liegt, in der Lockerung der Schnüre vom egozentrischen Leben zur Kenntnis vom kosmischen Gesetz und dem Erlangen einer himmlischen Unsterblichkeit, ist solch ein Erlangen selbst, - wie immer groß und begehrbar -, wackelig oder fällt und scheitert ohne eine wahre, feste Basis und leitet deshalb seine Substanz und Wert, vom Vordersten aller Kenntnisse ab; und das ist der Gewinn der Unsterblichkeit, durch die Verwirklichung des Einen, der das Ganze über dem Leben und dem Tod übersteigt, doch im Herzen verborgen, in den tiefsten Tiefen des Menschen versteckt ist. Wenn ihn jemand hier erkennt, bevor der Körper verdorrt, dann lebt er im Licht, und das Erdleben überlebend und eins im Bewußtsein mit diesem Einen, von dem alle Weltexistenz die Verkörperung ist, ist er befugt als verkörpertes Zentrum von diesem unsterblichen Licht, dem Puruscha, dem Einen, zu scheinen. Dies ist die Wahrheit der Upanischade, wenn sie mahnt: "Wenn, bevor der Körper abfällt, man in der Lage gewesen ist (Es) hier zu verstehen, dann ist man für die Verkörperung in den Welten (die seine Schöpfungen sind) geeignet." [siehe Anmerkung4]

4) Indische Kommentatoren und westliche Gelehrte, haben unter sich bezüglich der Bedeutung dieses Verses (6,4) gleichermaßen kuriose Differenzen. Schankara verändert den Sinn des Verses, durch das Einführen von Wörtern die nicht dort sind, in sein Gegenteil. Der Lehrer der Dwaitaschule liest svargesu, statt sargesu. Der bedeutende Gelehrter Max Müller hat eine Änderung des Texts durch Hinzufügen von na vor asakat gemacht. Schri Aurobindo liest den Text so, wie er uns seit Jahrhunderte überliefert ist; indem ich ihm folge, bin ich dem Text gefolgt, wie er den orthodoxen Pundits (Gelehrten) bekannt ist.
Ein anderer Punkt: der Text lautet 'sariratvaya' d.h. ' zur Verkörperung in den Welten, die seine Schöpfungen sind; mit anderen Worten, für jemanden der im Höchsten Bewußtsein lebt, worin die Welt existiert, ist die Welt selbst eine Verkörperung. Er wird nicht im Körper gefangengehalten, sondern der Körper lebt in ihm. Um genau zu sein, wenn wir sagen wollen, daß die Seele bereit ist, ein verkörpertes Wesen in den Welten zu sein die seine Schöpfung sind, muß die Formulierung des Textes 'sarirtivaya' und nicht 'sariratvaya' sein, obwohl beide der Zustände auf solch eine Seele zurückgeführt werden können.

Aus dem Buch "Lights on the Upanishads", von T.V. Kapali Sastry
Neu überarbeitet am 25.07.03


Kapali SastryAnmerkung. Kapali Sastry lebte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, im Schri Aurobindo Aschram in Pondicherry/Indien.
© Übersetzt und publiziert von Rolf Helmecke Webside Literaturen