Die Freude am Wirken


In deinen Werken gibt es immer diese Drei, - den Meister, den Arbeiter und das Instrument. Sie in sich richtig zu definieren und zu beherrschen, ist das Geheimnis vom Wirken und der Schaffensfreude.

Lerne du zuerst das Instrument Gottes zu sein und deinen Meister zu akzeptieren. Das Instrument ist dieses äußere Ding, daß du dein Selbst nennst; es ist eine Geistesform, eine treibende Kraft der Macht, eine Maschinerie der Form, ein Ding voller Federn, Zahnrädern und Klemmschrauben und Geräten. Nenne dies nicht den Arbeiter oder den Meister. Akzeptiere dich selbst als ein einfaches doch stolzes, hingebungsvolles, ergebungvolles und freudiiges göttliches Instrument.

Es gibt keinen größeren Stolz und keine größere Glorie, als ein vollkommenes Instrument vom Meister zu sein.

Lerne zuerst unbedingt zu gehorchen. Das Schwert wählt nicht, wo es zuschlagen soll, der Pfeil fragt nicht wohin er gesteuert werden soll, die Federn der Maschine bestehen nicht auf dem Produkt, das von ihrer Arbeit hervorkommen soll. Diese Dinge werden von der Absicht und den Abläufen der Natur erledigt und je mehr das bewußte Instrument lernt, das reine und wesentliche Gesetz seiner Natur zu fühlen und ihm zu gehorchen, desto eher wird die hervorgebrachte Arbeit perfekt und tadellos werden. Selbst-Wahl durch die nervliche Motivkraft und Revolte des physischen und geistigen Werkzeugs, kann das Wirken nur verderben.

Laß dich vom Atem Gottes treiben und sei wie ein Blatt im Sturm. Lege dich in seine Hand und sei wie das Schwert das schlägt und der Pfeil, der zu seinem Ziel schwirrt. Lasse deinen Geist sein, wie die Federn der Maschine, laß deine Kraft sein wie das Emporschnellen eines Kolbens, laß deine Arbeit sein, wie das schleifende und formende Absetzen des Stahls auf seine Objekte. Laß deine Rede wie der Klang des Hammers auf den Ambos sein und dem Ächzen der Maschine in ihrer Arbeit und dem Trompetenstoß, der den Regionen die Kraft Gottes verkündet. Auf welche Art auch immer, führe die Arbeit die dir natürlich und bestimmt ist, als Instrument aus.

Das Schwert hat Freude am Kampfspiel, der Pfeil erfreut sich am Zischen und Schnellen, die Erde ist entzückt in ihrem verrückten Wirbeln durch den Raum, die Sonne besitzt die königliche Ekstase ihrer funkelnden Pracht und ihrer ewigen Bewegung. O Du Selbst-Bewußtes Instrument, erfreue auch Du dich an deinen eigenen bestimmten Werken.

Das Schwert bat nicht darum gemacht zu werden, noch widersteht es seinem Benutzer, noch klagt es, wenn es zerbrochen ist. Es gibt eine Freude gemacht zu werden und eine Freude benutzt zu werden und eine Freude zurückgestellt zu werden - und auch eine Freude zerbrochen zu werden. Diese gleichwertige Freude entdecke.

Weil du das Instrument mit dem Arbeiter und Meister verwechselt hast und weil du durch die Ignoranz deines Begehrens, deinen eigenen Zustand und deinen eigenen Gewinn und deinen eigenen Nutzen auszuwählen versuchtest, deshalb hast du Leid und Qual und bist oft in die rote Hölle vom Ofen geworfen und hast oft wieder geboren, umgeformt und wieder gehärtet zu werden, bis daß du deine menschliche Lexion gelernt hast.

Und alle diese Dinge sind, weil sie in deiner unvollendeten Natur sind. Denn die Natur ist der Arbeiter und woran ist es, daß sie arbeitet? Sie formt aus ihrem rohen Geist und ihrem rohen Leben und ihrer rohen Materie, ein vollständig bewußtes Wesen.


Danach erkenne dich selbst als den Arbeiter. Verstehe, daß deine Natur der Arbeiter ist und deine eigene Natur und die All-Natur du selbst.

Dieses Naturselbst ist nicht nach dir gemacht, noch darauf beschränkt. Deine Natur hat die Sonne und die Umlaufsysteme, die Erde und ihre Kreaturen gemacht, sowie dich selbst und alles was du bist und wahrnimmst. Sie ist dein Freund und dein Feind, deine Mutter und dein Verschlinger, dein Liebhaber und dein Folterer, die Schwester deiner Seele und ein Fremder und Fremdes, deine Freude und dein Leiden, deine Sünde und deine Tugend, deine Stärke und deine Schwäche, dein Wissen und dein Unwissen. Und doch ist sie keines dieser Dinge, aber etwas, von welchem sie Versuche und unvollkommene Abbilder sind. Denn über allem ist es eine ursprüngliche Selbsterkenntnis und eine unendliche Gewalt und unzählige Eigenschaft.

Aber in dir gibt es eine spezielle Bewegung, eine eigenste Natur und eine individuelle Energie. Folge dem wie ein sich verbreitender Fluß, bis es dich zu seiner unendlichen Quelle und seinem unendlichen Ursprung führt.

Erkenne deshalb deinen Körper als einen Knoten in der Materie und deinen Geist als ein Wirbel im Universalgeist und dein Leben, als ein Wirbel vom Leben, das immer ist. Erkenne deine Kraft als jedes anderen Wesens Kraft und dein Wissen als ein Schimmer vom Licht, das keinem Menschen gehört und deine Werke für dich gemacht und sei vom Irrtum deiner Persönlichkeit entledigt.

Wenn das getan ist, sollst du deine freie Freude in der Wahrheit deines persönlichen Wesens haben und an deiner Stärke und deinem Ruhm und deiner Schönheit und deinem Wissen; und auch an der Ablehnung dieser Dinge, sollst du Freude haben. Denn dies alles ist die dramatische Maske der Person und das Selbst-Bildniss des Selbst-Bildhauers.

Warum solltest du dich selbst eingrenzen? Fühle dich selbst auch im Schwert, das dich schlägt und in den Armen, die dich umschließen, im Funkeln der Sonne und dem Tanze der Erde, im Fluge des Adlers und dem Lied von der Nachtigall, in allem was vergangen ist und in allem das jetzt ist, und in allem das vorwärts drängt um zu werden. Denn du bist unendlich und diese ganze Freude ist dir möglich.

Der Arbeiter hat die Freude seiner Werke und die Freude seines Geliebten, für den er wirkt. Er weiß, daß er Sein Bewußtsein und Seine Kraft ist, Sein Wissen und Sein sich enthaltendes Wissen, Seine Einheit und Seine Selbst-Trennung, Seine Unendlichkeit und die Begrenztheit Seines Wesens. Erkenne dich selbst auch als diese Dinge; nimm dir auch die Freude deines Liebhabers.

Es gibt jene, die sich als eine Werkstatt oder als ein Instrument oder als das funktionierende Ding kennen, aber sie verwechseln den Arbeiter mit dem Meister, auch dies ist ein Irrtum. Jene die davon befallen werden, können kaum zu ihren hohen, reinen und vollkommenen Werken gelangen.

Das Instrurment ist in einem persönlichen Bild begrenzt, der Arbeiter ist mit einem persönlichen Trend universell, aber keiner von diesen ist der Meister, denn keiner ist die wahre Person.


Erkenne zuletzt den Meister als dich selbst, aber diesem Selbst erstelle keine Form und suche für sie keine Definition der Eigenschaft. Sei eins mit Dem in deinem Wesen, kommuniziere mit Dem in deinem Bewußtsein, gehorche Dem in deiner Kraft, sei Dem unterworfen und davon in deiner Freude ergriffen, erfülle Das in deinem Leben, deinem Körper und deiner Mentalität. Dann soll vor einem sich öffnenden Auge innerhalb deiner, dort die wahre und einzige Person auftauchen, du selbst und nicht du selbst, alle Anderen und mehr als alle Anderen, der Vorsteher und der Genießer deiner Welten, der Meister vom Arbeiter und Instrument, der Zecher und Stampfer im Tanz vom Universum und doch lautlos und nur mit dir, in der stillen Innenkammer deiner Seele.

Die Freude vom Meister besitzend, gibt es sonst nichts, das von dir zu erobern ist. Denn Er soll dir Sich selbst geben und alle Dinge und das Bekommen und Besitzen und Getane und Genießen aller Kreaturen, als deinen eigenen Teil und Er soll dir auch das geben, das nicht geteilt werden kann.

Du sollst in deinem Wesen dich selbst und alle Anderen enthalten und das sein, das weder du selbst, noch alle Anderen ist. Vom Wirken ist dies die Vollendung und der Gipfel.


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