(Der Regenzauber)
Es war eine Szene an einem Sommerabend, in einem Dorf im Herzen der Westlichen Ghats. Der Weise saß nach einem angestrengten Tag der Mühe, im offenen Feld entspannt zwischen seinen Schülern und schrieb wie gewöhnlich Poesie in Sanskrit. Plötzlich waren da rasende Schreie: "Najana, (Vater) Najana, hilf, hilf, die ganze Ernte fängt an zu brennen." Was war passiert? Die ganze Ernte im benachbarten Feld war geerntet worden und wartete darauf am nächsten Tag eingeholt zu werden. Mittlerweile hatte sich ein Feuer entzündet, Gott weiß wie und wo und drohte nicht nur die Ernte zu zerstören, sondern auch die Häuser in der Nähe. Vasischta Muni brach in eine leidenschaftliche Beschwörung zu Gott Varuna aus und dabei mit seiner kraftvollen Stimme eine Vedische Hymne rezitierend. Und siehe, es gab einen Regenschauer und das Feuer wurde gelöscht.
Nun ist das keine Geschichte, sondern ein tatsächliches Ereignis von dem noch einige Zeugen am Leben sind. Dieser Vorfall kam mir gestern in den Sinn, als ich in der Morgenzeitung las, daß die Wasserversorgungsbehörde in Bangalore einen bemerkenswerten Yogi in der Nachbarschaft beschworen hatte seine Yogamacht einzusetzen, um die schnell zur Neige gehenden Wasservorräte wieder zu füllen. Schibala-Yogi stimmte zu und arrangierte ein Opfer zu Varuna, dem Gott der über den Regen waltete. Aber es schien so, als ob es Protest von einer Rationalisten Gruppe, geführt von einer öffentlichen Person gab, die den Mantel des berüchtigten Abraham Kovoor angezogen hat, der sich selbst lächerlich gemacht hatte, indem er sich überall einmischte um zu beweisen, daß alle übernatürlichen Phänomene Humbug seien. Es wird gemeldet, daß diese Gruppe die ganze Prozedur als verfassungswidrig und obskurant erklärt hat und sie sich ihr entgegenstellen werden.
Es ist eigenartig, wie solche kindischen Reaktionen auf dem Boden eines Landes wie Indien kommen konnten, wo es gebräuchlich war, Naturphänomene durch allgemein bekannte yogische und okkulte Mittel zu kontrollieren. Auch heute noch werden in verschiedenen Plätzen des Landes Opfer durchgeführt, um Regen anzurufen und um drohende Unglücke abzuwenden. Und das mit Erfolg.
Lassen sie mich gleich sagen, daß es nicht ungewöhnlich für einen Yogi ist, Naturphänomene wie Regen oder Sturm zu kontrollieren. Wir im Schri Aurobindo Aschram sind Zeugen vieler solcher Vorkommnisse in den letzten Jahrzehnten geworden. Wann immer die Ernte auf unsren Feldern eingebracht wurde und es zu regnen drohte, wurde an Schri Aurobindo apelliert und der Regen wurde in Schach gehalten, bis die Ernte eingebracht war. So auch beim Betonieren, immer wo ein Bau im Angriff war. Von der Mutter ist bekannt, daß sie einen schweren Sturm nach der Bitte des Kapitäns des Schiffes mit dem sie von Algerien nach Frankreich reiste, im Mittelmeer stoppte. Viele unzählige Male, wenn sie den Jahrestreffen auf dem Sportplatz beiwohnte und Regen erwartet wurde, pflegte sie zu sagen, daß sie das Nötige tun würde und der Regen strömte nur nachdem die Tagesereignisse vorüber waren, - und wahrhaftig mit doppelter Kraft.
Die Erklärung ist einfachen. Sie dürfen nur nicht obskurantistisch sein, sich weigernd an irgendwas zu glauben, was nicht physisch wahrnehmbar ist. Sie müssen einräumen, daß die physische Natur nicht alles ist. Diese ist nur die äußerste Schicht von einem Kosmos, der mehrere innere Naturen hat. Die physisches Ebene ist nicht die einzige Ebene der Existenz. Es gibt mehrere subtilere, nicht-physische Ebenen in der Anordnung des Universums und in dieser Anordnung gibt es subtile Wesen, die ihre jeweiligen Phänomene in der physischen Natur kontrollieren und beherrschen. Sie sind als Engel, Götter, pramathas usw. bekannt. Die okkulte Wissenschaft hat mit diesen Wesen Mittel der Kommunikation entwickelt, um die Phänomene in der physischen Natur zu beeinflussen. Demgemäß gibt es bestimmte Gottheiten die dem Wind zugehörig sind, jene die Regen, Sturm usw. usw. kontrollieren. Adepten aller Zeitalter über die ganze Welt, haben Techniken entwickelt, um zu diesen höheren Mächten zwecks Eingriffs im Leben des Menschen zu gelangen. Diese Mittel sind entweder ritualistisch oder esoterisch und sie sind seit Generationen weitergeben worden. Fast jeder Meister des Okkultismus kennt sie und kann, wenn er veranlaßt ist sie zu verwenden, es auch machen.
Aber nicht nur beim Bringen oder Verhindern von Regen, kann man von diesen Mächten die über Naturphänomene herrschen Gebrauch machen. Es gibt Fälle von Personen die mit Hautkrankheiten behaftet waren, die indem sie das aditya-hridayam (aus dem Ramayana von Valmiki) rezitierten und einem gewissen Ritual folgten, da sie zum Sonnengott beteten, geheilt wurden. Einige mögen dies blinden Aberglauben nennen und sich weigern solchen Möglichkeiten Glauben zu schenken. Das ändert aber die Tatsachen nicht. Ob sie glauben, daß die Erde um die Sonne kreist oder nicht, die Tatsache, daß sie es die ganze Zeit tut, bleibt dennoch bestehen. Die Gottheiten die die Aktivitäten und Bewegungen im Kosmos regieren, mögen nicht in Lehrplänen die das ABC ihrer Bildung sind erwähnt werden, sie existieren aber, so wie sie es immer getan haben und immer tun werden. Wenn sie ablehnen Fakten mit offenen Augen zu betrachten, einfach weil sie ihr wissenschaftlicher Aberglaube daran hindert über ihre fleischliche Nase hinauszusehen, muß ich sie alleine lassen, bis daß sie aus ihrer kindlichen mentalen Entwicklung herausgewachsen sind.
M.P.Pandit